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Nähreich vs. Nähchaos – zu Besuch bei Ännisews

Wir begrüßen Euch heute zum zweiten virtuellen Nähzimmer-Besuch unserer neuen Blogreihe „Nähreich vs. Nähchaos – der Blick durchs Schlüsselloch“
Heute sind wir zu Gast in Stuttgart bei der lieben Änni von Ännisews

Änni ist eine unserer Probenäherinnen für die Damen-Linie und heute zeigt sie uns, dass man nicht viel Platz für ein richtiges Nähreich haben muss. 

1. Wer bist Du und
wie bist Du zum Nähen gekommen?
Hallo, ich bin Änni,
34 Jahre alt, komme aus Stuttgart und blogge auf www.aennisews.blogspot.de.
Ich nähe gefühlt
schon immer – es liegen nur ein paar Jahre zwischen dem Kleid für die Puppe
(aus einer alten Socke, heute wäre das Upcycling vom Feinsten!) und der (zugegebenermaßen
sehr einfachen) Patchworkdecke für die erste eigene Wohnung.
Das „richtige“ Nähen habe ich ganz klassisch mit Täschchen und Accessoires
angefangen und vor vier Jahren kam dann Kleidung für mich hinzu. Ungefähr zu
dieser Zeit habe ich auch angefangen zu bloggen, denn Mann und Freunde fanden
meine Sachen zwar gut, konnten aber beim 10. Shirt meine Begeisterung nicht so
teilen wie es meiner Meinung nach angemessen gewesen wäre.
Seit fast 9 Monaten wohnt nun der Minimann bei uns und ich habe natürlich schon
in der Schwangerschaft voller Vorfreude meinen Nähhorizont um Baby- und
Kinderkram erweitert.

2. Was machst Du,
wenn Du nicht nähst?
Von Beruf bin ich selbstständige
Grafik-Designerin und wenn ich nicht arbeite, nähe oder das Kind bespaße, bin
ich als Ausgleich beim Sport oder einfach so mit Freunden unterwegs.



3. Was ist für Dich
beim Nähen unverzichtbar?
Hmm. Da gibt es
einiges.
Gute Stoffauswahl wäre ein Punkt – nichts bremst mehr als fehlende Kombistoffe
und ich finde man kann gar nicht genug Uni-, Pünktchen- oder Ringelstoffe
haben.
Ganz wichtig: die
Ovi. Ich nähe mittlerweile praktisch alles mit der Overlock und wenn sie noch
zusätzlich einen Knopflochstich hätte, würde meine Nähma komplett verstauben.
Die Coverlock brauche
ich auch, in meinem Fall aber oft „nur“ um perfekt zu säumen. Manchmal darf es aber
auch eine sichtbare Covernaht sein.
Total gerne würde ich
jetzt noch „bügeln“ sagen, aber das glaubt mir ja leider doch niemand…
 4. Wann ist Deine
liebste Nähzeit?

Immer natürlich! Ich verstehe die Frage nicht 😉
Etwas realistischer: Wenn der Minimann im Bett ist oder am Wochenende wenn der
Papa zuhause ist.

5. Was nähst Du am
liebsten?
Einfache Shirts. Auf
den ersten Blick könnte es nach Bequemlichkeit aussehen, aber schlichte
Schnitte wie die Oberteile von Schnittreif oder das Kimono-Tee trage ich
einfach viel öfter als Shirts mit Passe, Puffärmeln und Rüschen, deshalb habe
ich da einfach größeren Bedarf. Was nicht heißt, dass ich nicht gerne auch mal
was Aufwändiges nähe…
Ohne nachzuzählen behaupte ich jetzt mal, dass Else von Schneidernmeistern
wahrscheinlich der Schnitt ist, den ich am häufigsten genäht habe. In x
Varianten wird er einfach nie langweilig und passt perfekt. Und in der
Kapuzenpulli-Variante nähe ich ihn, wann immer mir ein Sweat ins Nähzimmer
kommt 😉
6. Was ist für Dich
in Deinem Nähzimmer unverzichtbar?
Außer den oben
genannten Maschinen? Mein großes Patchworklineal mit welchem ich Bündchen zuschneide.
Geht einfach viel präziser und schneller. Hier ein kleiner Benutzerhinweis:
niemals, wirklich niemals versuchen das fallende Lineal mit dem Fuß aufzufangen.
Wenn es mit der Spitze aufkommt, gibt das ein hässliches Loch im Fuß!
Auf einen großen
Zuschneidetisch muss ich leider verzichten, hier tut es aus Platzgründen ein
ebenso altes wie kleines Tischlein vom Dachboden meiner Oma. Für
Kleiderschnitte weiche ich also auf den Boden aus.
7. Zeig uns Dein
liebstes „Nähhelferlein“

Eins? Ich kann mich nicht entscheiden. Irgendwie habe ich tatsächlich fast alle
angeschafften Dinge regelmäßig in Gebrauch.
Öse und Druckknöpfe mit passender Zange sind für Babykram unverzichtbar,
Rollschneider und Lineal für den perfekten Zuschnitt und der Nahttrenner hat
durchaus auch eine Daseinsberechtigung (oft sogar bei den einfachen Schnitten: Je
später der Abend, desto mehr Möglichkeiten gibt es schließlich die Teile eines
Raglanpullis miteinander zu verbinden…).
8. Welche Tipps hast
Du für mehr Ordnung im Nähzimmer?

Schränke und Regale mit Türen. Ich habe einen großen Schrank vom Schweden mit
3×3 Türen dran und mehreren Unterteilungen im Inneren. Die Stoffe darin werden
natürlich nach Art und Farbe sortiert, für den Fall, dass mal eine Schranktüre
offen steht 😉 Theoretisch zumindest. Praktisch bin ich gerade verdammt froh,
dass ich diese Türen habe…
9. Was würdest Du
jemanden mit auf den Weg geben, der sich ein Nähzimmer einrichten möchte?

Viel Platz ist toll, aber nicht alles: Auf meinem Arbeitstisch gibt es zum
Beispiel nicht genug Platz für alle drei Maschinen. Dadurch, dass er aber
direkt an einem Regal steht, kann ich eine Maschine ganz einfach ins Regal
schieben und habe durch wenig Aufwand schnell mehr Fläche.
Ein heller Raum ist wunderbar, aber seit mein Nähzimmer das Kinderzimmer ist
und ich in den Raum mit dem wenigsten Tageslicht umziehen musste, weiß ich auch
eine gute (Tageslicht-)Birne in der Deckenlampe sehr zu schätzen. Es kommt für
mich eigentlich nicht auf den Raum an sich an, sondern eher darauf, dass ich einen
Platz habe an dem ich meinen Kram liegen lassen kann. Und ich lasse viel hier
liegen 😉

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